Ich bin 31 und hatte leider einen Bandscheibenvorfall mit Operation und bin daher auf Reha gekommen.
Dort habe ich viele Leute kennen gelernt, und auch einen Italiener der mir direkt angeboten hat ihn in Italien zu besuchen.
Ich habe es nicht so ernst genommen weil ich gedacht hab das ist dieses typische was man so nebenbei erwähnt.
Aber es hat sich herausgestellt dass er es ernst gemeint hat und somit bin ich mit einer weiteren Freundin die er auch nach Italien eingeladen hatte nach Italien geflogen.
Ich konnte es auch gar nicht glauben er hatte uns am Flughafen von Lamezia Therme abgeholt, und von da aus sind wir zu ihm nach Hause gefahren.
Dort lernten wir seinen Vater als erstes kennen und haben sein Haus gesehen an dem er renoviert. Es war schön zu sehen dass man in einem kleinen Dorf ist wo jeder jeden kennt.
Jeden Tag kam irgend jemand von seiner Familie der sich vorgestellt hatte und wir waren fast täglich bei Cousins oder Cousinen und Tanten und Onkels zum Essen eingeladen.
Das Essen war sehr lecker, was mich so fasziniert hatte war einfach das man am Tag kaum Menschen gesehen hatte und am Abend in den kleinen Gassen lauter Tische und Stühle rausgestellt worden sind.
Um gemeinsam sich mit Familie und Freunden abends raus zu setzen und in einer schönen Runde zu essen oder zu trinken einfach beisammen zu sitzen.
Es war für mich ein sehr schönes Erlebnis da in diesem ganzen Dorf alle sich kannten.
Dieser Zusammenhalt jeden Abend zu sehen mit Essen und Trinken war für mich wirklich faszinierend. Sowas kannte ich nur aus Filmen, es dieses Mal aber live zu erleben war ein ganz anderes Gefühl.
Ich musste mich allerdings an den Trubel gewöhnen da ich jeden Abend eingeladen worden bin zum Essen bei seiner Familie und immer neue Leute kennen gelernt habe man hatte dort keine ruhige Minute für sich alleine.
Man muss es schon mögen ansonsten wäre man fehl am Platz. Egal wie schlecht es einem geht ob Kopfschmerzen oder einfach mal nur zu Hause auf der Couch zu liegen ist in Italien nicht drin bei so einer großen Familie. Man reißt sich dort einfach zusammen und erlebt trotz der Schmerzen einen wunderschönen Abend.
Ich bin auch an die einheimischen Strände gefahren wo tatsächlich nicht ein einziger deutscher Tourist war oder auch andere Touristen. Aber die Strände sind sehr schön man hat ausreichend Platz um sich zu Sonnen man muss nur bedenken die ganze Familie war dabei. Und hat auch während dem Strand nicht die gewohnte Ruhe wie man es gerne möchte sondern es wird durchgängig geredet.
Trotz der ganzen Sachen die ich dort erlebt habe bin ich sehr zufrieden dass ich einen neuen Freund dazu gewinnen konnte der mir seine Seite aus Italien gezeigt hatte obwohl er in Deutschland wohnt. Es war auf jeden Fall ein wunderschönes Erlebnis dass ich jederzeit wieder machen würde.
Wenn man aber selber zu Hause alleine ist und es nicht gewohnt ist dass man durchgängig mit Menschen ist ist es natürlich eine Gewöhnungssache aber für die zehn Tage wo ich in Italien war fand ich das auch sehr schön. Vor allem jeder der Familie passt auf den anderen auf wenn man nur einmal kurz spazieren gehen wollte musste man Bescheid sagen und wenn man das nicht getan hat da wurde gleich hinterher gerufen um zu wissen wo man hingeht damit man immer beschützt wurde. Es ist schön darüber mal zu schreiben weil sowas erlebt man auch nicht jeden Tag dass man Freunde in der Reha kennen lernt die Freunde bleiben und so vertrauenswürdig einem das eigene Heim in einem anderen Land zeigen.